14 Nothelfer auf jeden Fall weiter im Gesundheitsbereich nutzen!

Veröffentlicht am 16.07.2020 in Gemeinderatsfraktion

"Es gibt keine kleinen Weingärtler mehr“
Dies war noch vor wenigen Jahren fast so unvorstellbar, wie der Verlust des 14 Nothelfer als Haus der medizinischen Grundversorgung.

Groß war unsere Zuversicht, als es nach dem finanziellen Debakel zunächst gelungen ist, mit dem Medizin-Campus-Bodensee (MCB) vor sieben Jahren einen vermeintlich starken Träger zu finden, der sich vertraglich verpflichtet hatte, das Haus mit medizinischen Leistungen weiterzuführen.

„Wir sind gekommen, um zu bleiben.“ Dieses Versprechen des AR-Vorsitzenden OB Brand stärkte unsere Hoffnung auf den Erhalt des Krankenhauses; dies auch mit Blick auf die Beschäftigten, welche durch ihren besonderen Einsatz dem Krankenhaus 14 Nothelfer eine so hohe Akzeptanz in Weingarten und im Umland eingebracht haben. Dies galt besonders in der Geburtshilfe. Beim Einstieg des MCB wurde das Zusammenwirken im gemeinsamen Oberzentrum (Friedrichshafen – Ravensburg – Weingarten) herausgehoben. All dies erweist sich jetzt als Illusion. Jetzt müssen wir erfahren und erleben, dass der 15. Nothelfer nur kurzzeitig helfen konnte (oder wollte). Erst wurde das Krankenhaus in Narkose versetzt und jetzt soll es daraus nicht mehr aufwachen.

Jetzt geht es vor allem darum, wie es mit dem Krankenhausareal, Gebäude und Park, weitergehen soll. Es gibt die vertragliche Festlegung, dass ein „leistungsfähiges Medizinangebot für die Einwohner der Stadt Weingarten und die umliegenden Städte und Gemeinden“ gesichert werden soll. Daran muss nach Auffassung unserer Fraktion festgehalten werden. Wie dieses genau ausgestaltet werden soll, da gibt es verschiedene Handlungsmöglichkeiten. Wir denken vor allem daran, das Gebäude für medizinische Leistungen im Bereich der Pflege (Tagespflege, Kurzzeitpflege, Heimpflege) und der geriatrischen Notfallversorgung zu verwenden. Angesichts des „Pflegenotstandes“ im Landkreis Ravensburg gibt es ein starkes Interesse des Landkreises an einer Nutzung in diesem Sinne. Mit Entschiedenheit sind wir dagegen, das Haus und den Park für eine allgemeine Immobiliennutzung zu verwenden. Die SPD-Fraktion wird keiner Lösung zustimmen, welche einen Abriss des Gebäudes erfordert oder eine Umnutzung für nichtmedizinische Zwecke anstrebt. Die Begehrlichkeiten im Immobilienbereich sind groß. Da ist es gut, dass die Planungshoheit bei der Stadt liegt. Planerisch ist für dieses Gebiet nur eine medizinische Verwendung erlaubt. Dabei muss es bleiben. Die Stadt muss ihre Möglichkeiten in den weiteren Verhandlungen selbstbewusst nutzen.

Doris Spieß (aus Weingarten im Blick 20/2020)

 

Abgeordnete der SPD

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