SPD fordert besseren Schutz von Frauen gegen Gewalt

Veröffentlicht am 25.11.2024 in Landespolitik

Anlässlich des Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November fordert die SPD Baden-Württemberg Maßnahmen, um Frauen besser gegen Gewalt zu schützen. Frauenhäuser müssen ausgebaut und besser finanziert werden; außerdem brauche es eine flächendeckende Medienbildung für Jugendliche.

„Es ist alarmierend, dass auch im letzten Jahr in Deutschland wieder ein Anstieg an Gewaltdelikten gegen Frauen gemeldet wird – von der hohen Dunkelziffer ganz zu schweigen“, so Dr. Dorothea Kliche-Behnke, stellvertretende SPD-Landesvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, die gemeinsam mit Dr. Brigitte Schmid-Hagenmeyer, Vorsitzender der SPD Frauen in Baden-Württemberg, auf die Lage aufmerksam macht. Laut einer Auswertung des Bundeskriminalamtes stieg im Jahr 2023 die Zahl der weiblichen Opfer von häuslicher Gewalt um 5,6 Prozent auf gut 180.000 Fälle. Alle drei Minuten erlebt eine Frau oder ein Mädchen in Deutschland häusliche Gewalt; fast jeden Tag gibt es laut BKA-Zahlen einen Femizid in Deutschland.

„Obwohl die Gewaltstatistik Jahr um Jahr ansteigt, fehlen tausende Frauenhausplätze in Deutschland und Beratungsstellen sind chronisch überlastet“, so Kliche-Behnke. Besonders in ländlichen Regionen sei die Situation verheerend, aber auch für Betroffene mit Behinderung gäbe es keine ausreichenden Hilfsangebote. Die Südwest-SPD fordert deshalb eine schnelle Verabschiedung des Gewalthilfegesetzes im Bundestagstag, damit Frauenhausplätze flächendeckend ausgebaut werden. Doch auch die grün-schwarze Landesregierung sieht Kliche-Behnke in der Pflicht: „Wir müssen Beratungs- und Schutzstrukturen in Baden-Württemberg ausbauen, um sie wirksam zu schützen. Dazu gehört insbesondere auch eine Finanzierung der Frauen- und Kinderschutzhäuser durch das Land.“

Die Vorsitzende der baden-württembergischen SPD Frauen, Dr. Brigitte Schmid-Hagenmeyer, weist besonders auf die Gefahr von pornographischem Material für Jugendliche hin: „Bereits mit elf oder zwölf Jahren – und damit bevor sie ihre eigene Sexualität entwickeln können – kommen Kinder im Internet in Kontakt mit Material, in dem Gewalt und Entwürdigung von Frauen als normal oder erregend dargestellt wird. Das fördert die Entwicklung stereotyper Geschlechterrollen und die Normalisierung von sexualisierter Gewalt.“ Die SPD Baden-Württemberg fordert deshalb mehr Prävention durch gezielte Medienbildung in Schulen. Außerdem müssen Eltern aufgeklärt werden, damit Jugendliche in eine selbstbestimmte Sexualität hineinwachsen können. 

Um Gewalt gegen Frauen im Allgemeinen zu verringern, setzt sich die SPD Baden-Württemberg für einen Kurswechsel in der Prostitutionspolitik zum sogenannten Nordischen Modell mit Präventionsmaßnahmen, Ausstiegsprogrammen und einem Sexkaufverbot ein.

 

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