Kreisparteitag diskutierte über Bildungspolitik

Veröffentlicht am 05.10.2007 in Kreisverband

Über den Kreisparteitag der SPD zum Thema "Bessere Bildung für alle" am 29.09.2007 in Wolfegg brachte die Schwäbische Zeitung am 04.10.2007 folgenden Beitrag:

"Kreisparteitag

SPD: Ziel ist die zehnjährige Gemeinschaftsschule

WOLFEGG - Die Bildungspolitik stand im Mittelpunkt des Kreisparteitages der SPD in Wolfegg. Der bildungspolitische Experte der SPD im Landtag, Norbert Zeller, sprach über Leitideen und Ziele der SPD in der Bildungsdiskussion. Aus der Sicht des Praktikers berichtete der Rektor der Kuppelnauschule in Ravensburg, Rudolf Bosch.

Von unserer Mitarbeiterin Gabriele Hoffmann

Die Bildungspolitik ist ein traditionelles Anliegen der SPD, eröffnete der SPD-Kreisvorsitzende Rudolf Bindig den Kreisparteitag. Jeder Mensch habe Anrecht auf qualifizierte Bildung. Große Sorgen bereite in der derzeitigen Diskussion die zukünftige Rolle der Hauptschule.

„Bessere Bildung für alle” war das Thema, zu dem der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Schule, Jugend und Sport im Landtag Norbert Zeller die Leitgedanken darlegte. „Bildung ist mehr als Schule”, sagte Zeller und beginne schon im Kindergarten. Die Ausbildung der Erzieherinnen müsste daher durch eine qualifiziertere Ausbildung den europäischen Standards angepasst werden. „Bildung ist eine sozialstaatliche Aufgabe”, bekräftigte Zeller, von der niemand ausgeschlossen werden dürfe. Jede spätere Qualifikation komme sehr viel teurer. Wenn in einer Obdachlosensiedlung 90 Prozent aller Kinder in der Sonderschule sind, dann bedeute es nicht, dass die blöder sind als andere, sondern sei ein Skandal um brachliegende Ressourcen, so Zeller, denn „ein Kind braucht nur Futter, dann lernt es automatisch.”

Eine bestmögliche Förderung aller Kinder bedeute unter anderem auch eine Schädigung durch frühzeitige Selektion zu vermeiden, wie sie heute noch durch das dreigliedrige Schulsystem und die Trennung nach der vierten Klasse erfolge. Nur noch acht Prozent aller Eltern strebten für ihre Kinder die Hauptschule an.

Hauptschule hat keine Zukunft
Das traditionelle Schulsystem verliere zunehmend Rückhalt auch in den Gemeinde. „Wir brauchen eine andere Denkweise” meinte Zeller. Auch im Handwerk seien Managerqualitäten gefragt. Die SPD strebe eine zehnjährige Gemeinschaftsschule an. Als ersten Schritt dahin sieht das Konzept aber eine vorübergehende Zweigliedrigkeit vor, mit sechs Jahren gemeinsamer Grundschule. „Die Hauptschule hat keine Zukunft, die Eltern stimmen mit den Füßen ab“, bekräftigte Zeller. Schulen wie Waldburg seien extrem gefährdet, wenn in der Nachbargemeinde ein Schulzentrum alles anbiete.

Wenn nicht bald etwas geschieht, dann löse sich das Problem Hauptschule von ganz allen, weil nämlich keine Schüler mehr da sind, bestätigte der Rektor der Kuppelnauschule Rudolf Bosch. Seit 40 Jahren seien der Hauptschule Versprechungen gemacht worden, die nie eingehalten wurden. Bosch, einer der vier Unterzeichner des offenen Briefes an Kultusminister Rau, berichtete über positive Rückmeldungen aus allen Ebenen auf den „Rebellenbrief.”

Auf wenig Gegenliebe bei den Rektoren der Realschulen und Gymnasien werde die Gemeinschaftsschule stoßen, brachte ein Waldseer in der Diskussion vor. Eine Angleichung der Besoldung der Hauptschullehrer war eine andere Forderung."

Gabriele Hofmann, Schwäbische Zeitung vom 04.10.2007

 

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