Schwäbische Zeitung berichtet:

Veröffentlicht am 23.01.2018 in Presseecho

"SPD will nur minimale Eingriffe in Strukturen der Berufsschulen" 

Deutliche Kritik am Landratsamt vor den Sitzungen des Schulausschusses und des Kreistags

sz/jps Wangen - Die SPD im Kreis und im Kreistag führt mehrere Gründe für ihre Forderung an, über die Neuordnung der beruflichen Schulen nicht bereits in dieser Woche, sondern erst im März entscheiden zu lassen. "Für Unverständnis sorgt die Haltung der Kreisverwaltung", schreibt die SPD in diesem Zusammenhang in einer am Montag veröffentlichten Erklärung. So führen die Sozialdemokraten an: "Es geht schließlich um Lösungen mit Langzeitwirkung, die für die ganze Region von erheblicher Bedeutung sind." Laut Rudolf Bindig, SPD-Fraktionschef im Kreistag, steht dabei auch ein "sehr beträchtliches Finanzvolumen" im Raum. 

Der Wangener Kreisrat Gerhard Lang ergänzt in dem Schreiben: "Wir sind der Überzeugung, dass nur durch eine Verlängerung der Informations- und Beratungsphasen eine wirkungsvolle Schulentwicklung möglich ist." Dazu gehöre auch, die Belange von Schülern und Eltern nachzufragen und die Interessen der Ausbildungsbetriebe einzubringen.

Deshalb solle nach dem am heutigen Dienstag anstehenden Abschluss der Schulbesichtigungen im Januar öffentlich beraten, die Entscheidung aber erst im März getroffen werden. In der Mitteilung kritisiert die SPD nicht allein das zeitliche Vorgehen des Landratsamts, sondern auch die inhaltlichen Pläne.

"Wir konnten uns bereits im letzten Jahr überzeugen, dass in Wangen und Leutkirch gut funktionierende Strukturen vorhanden sind. Ohne Not muss man hier keine tiefgreifenden Änderungen vornehmen", so Bindig.

Auch die "ständig hervorgehobene" Kleinklassenproblematik dort sei nicht akut. "Daher plädiert die SPD-Fraktion im Kreistag auf jeden Fall für nur minimale und unbedingt erforderliche Eingriffe in diese aktiven Strukturen zum jetzigen Zeitpunkt und in den nächsten Jahren", ergänzt der Fraktionsvorsitzende.

Laut der Kreisvorsitzenden Heike Engelhardt müssten zwar sehr kleine Klassen grundsätzlich auf ihre Zukunftsfähigkeit hin überprüft werden. Denn: "Schulen müssen handlungsfähig sein." Allerdings erteilten sie und Bindig der Zusammenlegung von Standorten und Verlagerung von Ausbildungsgängen mit Blick auf die erforderliche Wohnortnähe eine Absage. Als Beispiel führt die SPD eine 15-Jährige aus Isny an: Wenn diese für ihren Traumberuf zur Berufsschule nach Ravensburg müsse, entscheide sie sich für einen anderen Ausbildungsgang.

Zuletzt wirft die SPD dem Landratsamt "Denkfehler" bei seinen Plänen vor: Das Land verpflichte sich, allen Schülern zumutbare Wege zur Bildung zu ermöglichen. "Hier ist die Kreisverwaltung klare Antworten schuldig", so Rudolf Bindig.

 

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