Ute Vogt zu den personellen Weichenstellungen in der SPD im Interview mit der Stuttgarter Zeitung
Ute Vogt zu den personellen Weichenstellungen in der SPD im Interview mit der Stuttgarter Zeitung
Stuttgarter Zeitung: Frau Vogt, wie bewerten Sie die Ergebnisse dieser turbulenten Klausurtagung?
Ute Vogt: Mit gemischten Gefühlen. Ich bin sehr betroffen über den Rücktritt von Kurt Beck, der für die SPD vieles auf sich genommen hat. Zugleich sehe ich, dass die Partei sehr geschlossen hinter ihrem Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier steht. Mit ihm verbindet sich eine große Zuversicht.
Ist es richtig, dass der Kanzlerkandidat nun doch so früh präsentiert wurde?
Das ist müßig zu diskutieren. Es war zwischen Beck und Steinmeier seit längerem schon vereinbart. Jetzt gilt es, nach vorne zu schauen. Zumal wir mit Franz Müntefering auch wieder einen erfahrenen Wahlkämpfer an Bord haben. Er wird die Partei sicher mitziehen. Trotzdem ist es natürlich sehr bedauerlich, dass wir einen Parteivorsitzenden verlieren, den ich mir mit Frank-Walter Steinmeier auch als gutes Team hätte vorstellen können.
Steinmeier gilt als Mann der Agenda 2010. Der neue Parteichef Müntefering ebenfalls. Glauben Sie, dass sich der linke Flügel mit dieser Spitze arrangieren wird?
Wir waren uns im Parteivorstand einig, dass es uns nicht weiterbringt, in Flügeln zu diskutieren. Und wir waren uns auch einig, dass das Hamburger Programm für alle die programmatische Grundlage ist, die wir jetzt weiterentwickeln. Auf die Agenda 2010 sind wir stolz, aber wir ziehen mit ihr nicht in den Bundestagswahlkampf. Sondern nächstes Jahr geht es um neue Forderungen in einer neuen Zeit. Die Stimmung war eindeutig: Streitigkeiten über die Agenda 2010 sind jetzt weder notwendig noch hilfreich.
Wurde denn überhaupt über Inhalte gesprochen, oder ging es nur um Personalien?
Die einstimmige Nominierung Steinmeiers erfolgte nicht nur aufgrund seiner Persönlichkeit, sondern auch, weil er deutlich gemacht hat, dass er mit Inhalten in den Wahlkampf zieht; das hat den Parteivorstand von rechts bis links überzeugt.
Werden die inhaltlichen Auseinandersetzungen, die die SPD seit langem förmlich zerreißen, jetzt aufhören?
Jeder, der Verantwortung in der SPD trägt, muss wissen, dass man sich in dieser schwierigen Situation außerhalb der Partei stellt, wenn man glaubt, weiter Grabenkämpfe führen zu können. Wer jetzt nicht erkennt, dass man für die SPD und nicht für seinen eigenen Flügel kämpft, hat in der SPD schnell nur noch wenig Freunde. Es geht nicht drum, die Debatten von gestern und vorgestern zu führen, sondern darum, die Menschen für unsere Ideen für 2009 zu gewinnen.
Die unterschiedlichen Positionen werden aber nicht einfach verschwinden. Glauben Sie, dass eine Parteispaltung droht?
Nein, das halte ich für ausgeschlossen. Die Partei hat die Kraft zusammenzurücken. Und jeder weiß, dass die Alternative wäre, der CDU die Regierung zu überlassen. Das wäre für das Land eine Katastrophe. Allein das motiviert. Die Sozialdemokratie ist wichtig für das Land. Deshalb müssen eigene Befindlichkeiten hintangestellt werden.
Homepage SPD-Landesverband
René Repasi, MdEP Karlsruhe
Vivien Costanzo, MdEP Offenburg
Paul Frank ist der SPD-Kandidat für die Landtagswahl, Vanessa Holly ist Ersatzbewerberin. Paul Frank tritt für die SPD im Wahlkreis 69 (Ravensburg) an, zu dem auch Weingarten gehört.
26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen
25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen
14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen
Ein Service von websozis.info