SPD-Landesvorsitzender Nils Schmid: „Es geht um Menschenwürde“

Veröffentlicht am 28.01.2011 in Landespolitik

Nils Schmid bei Yasemin

Junge Migrantinnen mit Gewalt-Erfahrung brauchen finanziell abgesicherte Beratung

Wenn junge Migrantinnen in ihrer Familie körperliche und seelische Gewalt erfahren, ist die Flucht aus dem Elternhaus oftmals der einzige Ausweg. Um diese jungen Frauen zu unterstützen, hat die Evangelische Gesellschaft (eva) 2007 die Beratungsstelle YASEMIN eröffnet.

Der Bestand der Beratungsstelle ist allerdings nur bis Mitte 2012 gesichert. Ab Juli 2012 braucht das Beratungsangebot eine neue Finanzierungsgrundlage. Nils Schmid, der Landesvorsitzende der SPD, hat am Abend des 27. Januar YASEMIN besucht. „Wenn man schon so eine Struktur aufgebaut hat, ist es sinnvoll, sie zu erhalten“, resümierte Schmid am Ende seines Besuchs.

Die Mitarbeiterinnen von YASEMIN beraten anonym, telefonisch oder persönlich und auch in türkischer Sprache. In knapp dreieinhalb Jahren haben hier 708 Klientinnen Rat gesucht, darunter 389 Mädchen und junge Frauen sowie 319 vertraute Dritte. Zu der Arbeit von YASEMIN gehören außerdem Präventionsangebote an Schulen, die Beratung von Multiplikatoren und Informationsveranstaltungen für Fachkräfte. YASEMIN wird bis Mitte 2012 insgesamt fünf Jahre lang über die Aktion Mensch gefördert. Zusätzlich wird die Beratungsstelle vom Diakonie-Spendenfonds, mit Eigenmitteln der eva und durch Spenden finanziert. Da die Beratungsstelle überregional in Anspruch genommen wird, bemüht sich die eva darum, dass das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart das Angebot gemeinsam finanzieren.

Nils Schmid ist überzeugt: „YASEMIN nimmt eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahr. Deshalb verstehe ich, dass das Land hier gefordert ist. Es geht um Menschenwürde – dafür sollte man auch bereit sein, Geld in die Hand zu nehmen.“ Der Ansatz der eva, eine Mischfinanzierung zwischen Stadt und Land anzustreben, sei richtig: „Man sollte auch die Stuttgarter mit ins Boot holen.“ Andreas Reißig, der Kreisvorsitzende der SPD Stuttgart, der Schmid bei seinem Besuch begleitete, sieht das ähnlich. In Stuttgart seien viele Ethnien vertreten, deshalb sei das Angebot gerade hier sehr wichtig.

„Ich finde es sehr dankenswert, dass die eva das Projekt aufgebaut hat“, erklärte Schmid. „Wichtig ist, dass die eva bereit ist, weiter Trägerin von YASEMIN zu sein.“ – „Wir stehen hinter YASEMIN und werden dieses Projekt weiter tragen, wenn wir eine Finanzierung dafür zugesagt bekommen“, versicherte Monika Memmel, Abteilungsleiterin der Dienste für Kinder, Jugendliche und Familien in der Region der eva.

 

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