ISNY (sz) - Der SPD-Kreisvorstand Ravensburg nimmt wegen der Schließung der Isnyer Reha-Klinik die Politik in die Verantwortung. „Die Landesregierung lässt die Versorgung älterer Menschen links liegen,“ kritisiert der Kreisvorsitzende Otto Ziegler, wie aus einem Parteibericht hervorgeht.
Bisher sei ein wesentliches Ziel gewesen, durch spezielle Therapie älterer Menschen, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, einen Verbleib in der häuslichen Umgebung zu erhalten und eine stationäre Heimversorgung zu vermeiden oder zu verzögern. Von den gesetzlichen Krankenkassen werde jetzt als Ersatz für qualifizierte geriatrische Rehabilitation oft nur noch eine kostengünstigere orthopädische Rehabilitation genehmigt. „Auch scheinen Allgemeinärzte über spezielle Rehabilitationsangebote für ältere Menschen oft schlecht informiert zu sein“, heißt es in der Pressemitteilung. Während in Bayern oder in Rheinland-Pfalz systematisch geriatrische Betten in Krankenhäusern neu aufgebaut würden, seien die gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg bestrebt, durch eine weitere Reduzierung von Zuweisungen in die stationäre geriatrische Rehabilitation zu Lasten der Patienten Kosten einzusparen. Der Bestand der noch vorhandenen geriatrischen Kliniken sei deshalb „massiv gefährdet“. Nun müssten alle Anstrengungen unternommen werden, damit im Heilig-Geist-Spital in Ravensburg die geriatrische Versorgung im Landkreis sichergestellt ist, fordert der Kreisvorstand. Erste Voraussetzung dafür sei, dass Betroffene und Familienangehörige ihre gesetzlichen Ansprüche auf Kassenleistungen auch rechtlich einfordern und sich gegen die restriktive Haltung der Leistungsträger wehren. Die SPD fordert deshalb für ältere Patienten sowohl bezüglich der stationären als auch der ambulanten Rehabilitation ein Recht auf Zuerkennung aller Therapiemöglichkeiten.
Veröffentlicht in der SZ vom 25.10.2010