SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast fordert gleichen Lohn für gleiche Arbeit

Veröffentlicht am 16.03.2011 in Presseecho

Edmund Volkwein, Katja Mast, Peter Clément und Bettina Kohlar. Foto: Jahnel

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – dieses Ansinnen hat im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion der SPD in Leutkirch am Montagabend gestanden, bei der, moderiert vom SPD-Landtagskandidaten Peter Clément, vor allem über Leih- beziehungsweise Zeitarbeit gesprochen wurde. Die Pforzheimer SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast vertrat dabei die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn mit einem Einstieg bei 8,50 Euro sowie die gleiche Behandlung von Zeitarbeitern und festen Mitarbeitern in den Unternehmen. Stundenlöhne von fünf, sechs Euro bezeichnete sie als „Dumpinglöhne“, die die Würde der Menschen beschädigten. Den Slogan der CDU „Sozial ist, was Arbeit schafft“ ließ sie nicht unkommentiert: „Wir wollen nicht Arbeit um jeden Preis. Gute Arbeit kostet etwas.“

Alltägliche Erfahrungen

Viel Zustimmung und sogar Applaus erntete Edmund Volkwein, Betriebsratsvorsitzender der Firma Waldner in Wangen. Er berichtete von ganz alltäglichen Erfahrungen mit der Zeitarbeit und sprach dabei offenbar vielen Zuhörern aus der Seele. „Arbeitgeber setzen sehr aggressiv auf Leih- oder Zeitarbeit“, stellte er fest. Damit werde ein Keil in die Belegschaft getrieben, um Festangestellten unterschwellig zu zeigen, wie schnell sie durch günstigere Arbeitnehmer ersetzt werden könnten. Von der Idee, dass Zeitarbeit für Arbeitslose eine Brücke zurück in die Festanstellung sein könne, sei in der Praxis nichts zu spüren.

Es seien in der Tat nur Einzelne, die tatsächlich in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen würden. „Warum sollte ein Arbeitgeber auch einen Zeitarbeiter übernehmen? Warum sollte er plötzlich 18 Euro Stundenlohn zahlen, wenn er die gleiche Arbeitskraft auch für neun haben kann?“, fragte Volkwein und schloss sich der Forderung nach der gleichen Bezahlung ab dem ersten Monat an.

Kritik gleich von mehreren Seiten musste Bettina Kohlar, District Managerin für den Bezirk Schwaben bei der Zeitarbeitsfirma Randstad einstecken. Sie hatte zuvor die positiven Seiten der Zeitarbeit hervorgehoben und die Qualifizierungsbemühungen sowie das Engagement des Randstad-Betriebsrats beschrieben.

Die Pforzheimer SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast sagte, sie wünsche sich, dass Kohlar die Probleme in der Zeitarbeit zugebe. „Dass Sie hier nur sagen, es sei alles in Ordnung, das ärgert mich“, so Mast.
Auch einige Zuhörer stellten den Nutzen der Zeitarbeitsfirmen in Frage: „Wenn ich in einem Unternehmen arbeite, warum muss dann ein Dritter daran mitverdienen?“
Vor dem Vortrag hatte Mast die Firma SycoTec besichtigt.

Von Nina Jahnel, Schwäbische Zeitung 16.3.2011

 

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