"Joseph hat sozialdemokratische Geschichte geschrieben"
"Joseph hat sozialdemokratische Geschichte geschrieben"
Die Sozialdemokraten gedachten im Rahmen ihrer Kreisdelegiertenkonferenz im Landgasthof "Zur Pfalz" in Dallau an ihren SPD-Landtagsabgeordneten und SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Joseph. "Das, was am 6. Mai passiert ist, wird uns noch lange beschäftigten", so Kreisvorsitzender Jürgen Graner. "Wir vermissen einen kompetenten und hochgeschätzten Sozialdemokraten". Karl-Heinz Joseph habe Verantwortung für die Partei übernommen und für den Landtag kandidiert, weil er wusste, was auf dem Spiel stand. Mit dem viertbesten Ergebnis bei der Zweitauszählung im Regierungsbezirk Nordbaden habe Joseph sozialdemokratische Geschichte im Neckar-Odenwald-Kreis geschrieben, weil noch niemand zuvor so sicher und souverän in den Landtag eingezogen sei.
Das politische Erbe, das für alle sichtbar ist, ist sei das Landtagsmandat. Es bleibt bei der SPD im Neckar-Odenwald-Kreis. Die Bürgerinnen und Bürger und die SPD haben mit Georg Nelius weiterhin einen Abgeordneten in Stuttgart. Es gäbe aber auch ein zweites Erbe und politisches Vermächtnis von Karl-Heinz Joseph. Dies war sei sein unverwechselbarer, offener, fairer und verbindlicher Politikstilgewesen.. Stets war er an der Sache orientiert. Er war bereit, seine eigenen Interessen für das Gemeinwohl hinten an zustellen. "Karl-Heinz Joseph war ein Gestalter und Macher. Obwohl er das politische Handwerkszeug bei den Jusos in Kaiserslautern schon früh erlernte, war er nie Theoretiker oder gar Populist. So hatte er nie Sehnsucht nach Opposition, sondern, wenn er politisch nach etwas Sehnsucht hatte, war es die Übernahme von Verantwortung für das Gemeinwohl", so Jürgen Graner in seiner Rede.
"Was der SPD-Ortsverein Walldürn Karl-Heinz Joseph verdankt, lässt sich nicht in Worte fassen", so der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Walldürn Ralf Beyersdorfer. Über zwölf Jahre lang war Joseph Ortsvereinsvorsitzender. Ihm ist es gelungen, die SPD aus ihrem Schattendasein herauszuführen und zu einer gestaltenden politischen Kraft zu formen. Aus etwas mehr als 20 Mitgliedern wurden in dieser Zeit über 80 Mitglieder. Die SPD-Fraktion hat sich in dieser Zeit fast verdoppelt. "Das Ansehen, das wir heute in Walldürn genießen, verdanken wir seiner Arbeit und seiner Persönlichkeit", betonte Beyersdorfer. "Wir hatten in ihm stets einen zuverlässigen Weggefährten und immer auch einen persönlichen Ansprechpartner. Was bleibt, sind die vielen guten Erinnerungen."
Peter Maurus, Mitglied im SPD-Kreisvorstand, würdigte Josephs Verdienste aus der Sicht der AWO Neckar-Odenwald. Joseph war lange Jahre zweiter Vorsitzender des Ortsvereins Walldürn der Arbeiterwohlfahrt und ehrenamtlicher Aufsichtsrat. Seine soziale Ader zeigte Joseph häufig: So kämpfte er als Kreisrat für den Erhalt der beiden Krankenhäuser in Mosbach und Buchen, als Bürgermeister für die as Geriatriezentren um Walldürn und Mosbach sowie für das Krankenhaus Hardheim. Besonders setzte er sich für den Erhalt der Kreiskrankenhäuser in gemeinnütziger Trägerschaft des Neckar-Odenwald-Kreises ein. Die Erfahrung aus dem südlichen Baden, dass der Landkreis ein privatisiertes Krankenhaus, das keine Gewinne abwarf, wieder übernehmen musste, zeigt für Joseph die Verteile einer öffentlichen Daseinsvorsorge. Karl-Heinz war für uns ein herausragender Ratgeber, Freund und Förderer. Für Peter Maurus war Karl Heinz Joseph ein leuchtender Stern unter den Politikern im für unseren Neckar-Odenwald-Kreis.
Der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende und Leiter des Wahlkampfs für Karl-Heinz Joseph, Horst Saling, der auch im Namen der Jusos sprach, erinnerte an die gemeinsame Zeit im Landtagswahlkampf. Joseph war kein Selbstdarsteller, sondern ließ auch andere am Erfolg teilhaben. Er delegierte Aufgaben und hatte großes Vertrauen in sein Team. Die Meinung von jüngeren Mitgliedern nahm er ernst und ließ sie in seine Arbeit einfließen. Saling blickte aber auch in die Zukunft: "Karl-Heinz Joseph hätte sicher nicht gewollt, dass wir nun vor lauter Trauer und Schmerz gelähmt sind, er hätte sich überlegt, wie es weitergehen kann, soll und muss." Einer alleine könne diese Lücke nicht schließen, dazu bedürfe es vieler Schultern. Saling forderte zum solidarischen Miteinander und zur Geschlossenheit in dieser schwierigen Zeit auf. Er freue sich, dass mit der Annahme des Mandats durch Georg Nelius die Arbeit fortgesetzt werden könne.
Beim Ausblick begründete Georg Nelius erläuterte nochmals die für ihn maßgeblichen Gründe der Mandatsannahme.die Annahme des Mandats. Er habe bereits an Sitzungen der Landtagsfraktion und des Landtags teilgenommen. Die Sozialdemokraten zeigten Verständnis, dass Nelius aber auch noch bis zu den Sommerferien Verantwortung gegenüber seinen Schülern an der Pestalozzi-Realschule in Mosbach trage und seinen Beruf bis dahin in gewohnter Weise fortführen wird. Als Mitglied im Ausschuss Ländlicher Raum werde er auch hier die Arbeit von Joseph fortführen und darüber hinaus seine schul- u. bildungspolitische Kompetenz in die Waagschale werfen.
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