Rudolf Bindig Mit freundlicher Genehmigung der Schwäbischen Zeitung bringen wir folgenden Beitrag aus der Ausgabe der SZ vom 22.01.2008
EINE FRAGE AN .....
SPD-Mitglied Rudolf Bindig aus Weingarten, von 1976 bis 2005 für den Wahlkreis "Ravensburg-Bodensee" im Deutschen Bundestag.
SZ: Herr Bindig, sollte der ehemalige sozialdemokratische Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement, nach seiner Kritik an der hessischen SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti aus der Partei ausgeschlossen werden?
Wie kommt Clement Ihrer Meinung nach dazu, sich gegen den Atomaustieg auszusprechen und damit der SPD in Hessen so in den Rücken zu fallen?
Rudolf Bindig: Ich bin empört darüber, dass sich Wolfgang Clement als eine Person, die immer Solidarität eingefordert hat - oft für eine Politik, die man selber nicht unbedingt mitgetragen hat -, sich nun so unfair verhält. Das Verhalten ist parteischädigend. Dennoch sollte man jetzt nicht mit der großen Keule losschlagen, für einen Parteiausschluss sind ja immer komplizierte Verfahren notwendig, und mit einem solchen Vorgehen würde man dem Fall nur eine noch größere Öffentlichkeit verschaffen. Aber eines ist klar: Ich halte das Verhalten einfach für unerträglich. Mich überrascht der Vorfall sehr, ich kann in mir nur mit der entsetzlichen Verfilzung Clements mit der deutschen Energielobby erklären. Die Unsolidarität ist außergewöhnlich - gerade vor dem Hintergrund eines so schwierigen und für die SPD so wichtigen Wahlkampfes wie in Hessen.