Prof. Dr. Maja Göpel mit dem Carlo-Schmid-Preis 2026 ausgezeichnet

Veröffentlicht am 12.05.2026 in Allgemein

Die Carlo-Schmid-Stiftung hat am Freitagabend in der Aula der Universität Mannheim den Carlo-Schmid-Preis 2026 an die Transformationsforscherin Prof. Dr. Maja Göpel verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt die Stiftung ihren herausragenden Einsatz für Wissenschaft, öffentliche Aufklärung und den faktenbasierten gesellschaftlichen Dialog.

Der Preis wird seit 1989 an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich in besonderer Weise um die Weiterentwicklung des demokratischen Rechtsstaats und der liberalen politischen Kultur verdient gemacht haben. Rund 200 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft nahmen an der diesjährigen Preisverleihung teil.

Bundespräsident a.D. Christian Wulff hält Laudatio

Die Laudatio hielt Bundespräsident a.D. Christian Wulff und hob darin insbesondere Maja Göpels Rolle für eine demokratische Gesellschaft hervor: „Wenn eine Gesellschaft in Versuchung gerät, wegzuschauen, wenn die Fakten unbequem werden, wenn Populisten lautstarker sind als die Vernunft – dann braucht Demokratie Menschen, die standhaft sind, klar sprechen und trotzdem die Brücken nicht abreißen lassen. Maja Göpel ist eine solche Persönlichkeit.“ 

Demokratische Gesellschaften geraten unter Druck

Maja Göpel machte in ihrer Rede deutlich, dass die Grundlagen demokratischer Gesellschaften zunehmend unter Druck geraten: „Demokratische Gesellschaften basieren auf der Idee, dass Menschen Zugang zu verlässlichen Informationen haben und auf dieser Grundlage gemeinsam Entscheidungen treffen können. Dafür braucht es freie Wissenschaft, unabhängige Medien und geschützte öffentliche Räume.“ Gleichzeitig warnte sie vor den aktuellen Entwicklungen im digitalen Raum: „Wir erleben derzeit, wie Desinformation, Polarisierung und digitale Plattformlogiken genau diese Grundlagen angreifen.“ Vor diesem Hintergrund stehe Europa vor der Aufgabe, demokratische Räume und verlässliche Informationen zu sichern und zugleich eine Zukunftsvision zu entwickeln. 

Abschließend betonte Göpel: „Die große Aufgabe unserer Zeit besteht darin, Technologie, Finanzkapital, wissenschaftliches Wissen, demokratische Kultur und ökologische Verantwortung wieder zusammenzubringen.“ Nur so könnten Lösungen entstehen, „die weltweit tragfähig sind und gleichzeitig Lebensqualität mit einem möglichst geringen ökologischen Fußabdruck verbinden“.

Ein wichtiger Beitrag zur Demokratie

Für Dr. Peter Kurz, Vorsitzender des Vorstandes der Carlo-Schmid-Stiftung, steht die diesjährige Preisverleihung in besonderer Weise im Zeichen der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen: „Die durch den Carlo-Schmid-Preis beförderte Idee der Stärkung der liberalen politischen Kultur ist angesichts der aktuellen Bedrohungen der Demokratie wichtiger denn je. Maja Göpel leistet mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit und ihrer außergewöhnlichen Vermittlungsfähigkeit einen wichtigen Beitrag zum rationalen Diskurs und damit zur Sicherung der Demokratie.“ 

Auch Andreas Stoch, SPD-Landesvorsitzender und Vorsitzender des Kuratoriums der Carlo-Schmid-Stiftung, unterstrich die Bedeutung des Preises: „In einer Zeit, in der der Gegenwind größer wird, ist es ein wichtiges Statement, diesen Preis gerade jetzt zu verleihen. Denn wir dürfen nicht stehen bleiben – wir müssen uns gemeinsam bewegen angesichts globaler Aufgaben und Herausforderungen. Besonders in Deutschland erleben wir derzeit einen Widerspruch: Wir rufen immer lauter nach Reformen, tun uns aber zugleich mit jedem noch so kleinen Schritt immer schwerer.“

2026-Verleihung Carlo-Schmid-Preis

 

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