Interview mit Christian Lange: Generalbundesanwalt stärken

Veröffentlicht am 04.03.2014 in Bundespolitik

Der Untersuchungsausschuss zu den Morden des NSU („Nationalsozialistischer Untergrund“) hat im August 2013 seinen Bericht vorgelegt und fast 50 Empfehlungen – gerichtet an Justiz und Sicherheitsbehörden – ausgesprochen. VorwärtsEXTRA sprach mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesjustizministerium, dem Backnanger Abgeordneten Christian Lange.

Wie wollen Sie nun mit dem Bericht umgehen?

Die Mordserie, mit der der NSU durchs Land gezogen ist, ist beschämend für uns alle. Wir waren und sind es besonders den Opfern und ihren Familien schuldig, dass wir diese Taten und ihre Hintergründe aufdecken und schnell die erforderlichen Konsequenzen ziehen. Der NSU-Untersuchungsausschuss hat hervorragende Arbeit geleistet und wegweisende Empfehlungen gegeben. Hier werden wir ansetzen und diese Stück für Stück abarbeiten.

Was heißt das ganz konkret? Welche Maßnahmen werden von Seiten des Bundesjustizministeriums jetzt umgesetzt?

Zwei Dinge, die die Justiz betreffen, sollen sehr zeitnah in Gesetzesform gegossen werden: Zum einen werden wir die Rolle des Generalbundesanwalts stärken. Er soll künftig frühzeitig eingeschaltet werden, wenn es um rassistische oder fremdenfeindliche Taten geht. Und er soll bei besonders bedeutenden Staatsschutzdelikten, also gerade wenn es um Taten mit rassistischem Hintergrund geht, die Ermittlungen leichter an sich ziehen können. Und wir werden – wie es auch bereits im Koalitionsvertrag niedergelegt ist – dafür sorgen, dass rassistisch-fremdenfeindliche oder sonstige menschenverachtende Motive bei der Strafzumessung in Zukunft stärker berücksichtigt werden.

Was versprechen Sie sich von diesen Änderungen?

Zum einen wollen wir Unklarheiten bei den Zuständigkeiten vermeiden. Es darf nicht sein, dass Kriminelle – wie es auch bei dem NSU der Fall war – davon profitieren, dass aufgrund unklarer Zuständigkeiten und mangelndem Informationsaustausch wichtige Ermittlungsschritte ausbleiben oder auch Zusammenhänge nicht erkannt werden. Des Weiteren bin ich mir sicher, dass eine ausdrückliche Regelung zur Berücksichtigung der rassistischen, fremdenfeindlichen oder sonstigen menschenverachtenden Motive bei der Strafzumessung dafür sorgen wird, dass die Ermittlungsbehörden bereits frühzeitig sensibilisiert werden und derartige Motive auch bereits bei ihren Ermittlungen im Blick haben. Klar ist aber auch, dass Fremdenfeindlichkeit in den Köpfen beginnt und dass daher jeder einzelne von uns gefordert ist. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Weitere Infos:

Christian Lange auf den Seiten des Bundesjustizministeriums >>>

Christian Lange auf Twitter >>>

Abschlussbericht des NSU-Untersuchungsausschusses als PDF >>>

 

Homepage SPD-Landesverband

Abgeordnete der SPD

Ortsverein bei Instagram

https://www.instagram.com/spd_wgt/

Unsere Landtagskandidaten 2026

Paul Frank ist der SPD-Kandidat für die Landtagswahl, Vanessa Holly ist Ersatzbewerberin. Paul Frank tritt für die SPD im Wahlkreis 69 (Ravensburg) an, zu dem auch Weingarten gehört. 

Jetzt Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden

Online spenden

Online spenden

WebsoziInfo-News

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Jetzt Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden

Online spenden

Online spenden

Jetzt Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden

Online spenden

Online spenden

Jetzt Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden

Online spenden

Online spenden

Jetzt Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden

Online spenden

Online spenden