„Weingarten im Blick“, Ausgabe 39/2012 vom 16.11.2012
Zwischenruf von Doris Spieß und Udo Mann
An der Pädagogischen Hochschule und der Fachhochschule studieren in diesem Semester über 6000 Studenten. Die Stadt sollte sich intensiver als bisher um die Belange dieser wichtigen Gruppe kümmern, die als Mitbürgerinnen und Mitbürger, aber auch als Wirtschaftsfaktor, für uns von großer Bedeutung sind.
Die vielen Weingärtner Studenten haben beim Kultur- und Sportangebot, bei den Verkehrsbedürfnissen, beim ÖPNV, im Freizeitverhalten und vor allem im Wohnungsbereich spezielle Bedürfnisse, denen bisher unzureichend Beachtung geschenkt wurde. Im Vordergrund steht die akute Wohnungsnot. So lobenswert es ist, dass ein ehemaliger Mitarbeiter der Stadt sich um Zimmervermittlungen bemüht, so wird dadurch der Mangel an geeignetem studentischem Wohnraum nicht beseitigt. Da hilft es auch nicht, auf ein geplantes Studentenwohnheim in die Zukunft zu verweisen. Zumal sich der Baubeginn dieser Einrichtung durch Beschränkungsauflagen immer weiter verzögert. Außerdem zeichnet sich schon jetzt ab, dass selbst dieses Haus nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.
Es muss jede Gelegenheit genutzt werden, zusätzliche Wohnmöglichkeiten für Studenten zu erschließen oder neue zu schaffen. Es muss endlich erkannt werden, dass nach dem Weggang des Militärs und dem Rückzug der Maschinenfabrik die Hochschulen mit ihren Studenten zu einem der wichtigsten Wirtschaftfaktoren geworden sind. Sie allein bringen nach einer Überschlagsrechnung über 30 Millionen Euro Kaufkraft jährlich in die Stadt. Zudem erhält die Stadt durch die Wohnsitzummeldungen beachtlich mehr an Finanzzuweisungen.
Sollten da die Belange der Studenten in der Stadtentwicklung nicht mehr berücksichtigt werden? Sie sind ein Gewinn für unsere Stadt!
16.11.2012, Doris Spieß und Udo Mann für die SPD- Gemeinderatsfraktion